AB0-inkompatible NierentransplantationHome » Med Technologien » AB0-inkompatible Nierentransplantation

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Die Durchführung einer AB0-inkompatiblen Transplantation wurde erst durch die Entwicklung von 2 wichtigen Errungenschaften möglich.

Zum einen wurde ein spezielles Dialyseverfahren entwickelt, mit dem es möglich geworden ist, gezielt die Antikörper aus dem Blut des potenziellen Empfängers zu entfernen, die gegen die Blutgruppenantigene des potenziellen Spenders gerichtet sind. Die Behandlung heißt Immunabsorption.
Die zweite Errungenschaft ist die Entwicklung von spezifischen Antikörpern, die gegen Antigene auf Abwehrzellen gerichtet sind. Rituximab ist ein Antikörper, der gegen das CD20-Antigen auf sogenannten B-Lymphozyten gerichtet ist. B-Lymphozyten sind eine spezifische Klasse von Entzündungszellen, die für die körpereigene Produktion von Antikörpern verantwortlich sind. Durch die Bindung des Antikörpers an diese Entzündungszellen wird die Produktion von körpereigenen Antikörpern unterdrückt, so dass eine sogenannte humorale Abwehrreaktion nicht eingeleitet werden kann.
 
Durch diese beiden Innovationen konnte eine Abstoßung von Organen von blutgruppenungleichen Spendern und Empfängern unterdrückt werden.
Die Unterdrückung der körpereigenen Blutgruppenspezifischen Antikörper ist allerdings ausschließlich in den ersten 14 Tagen nach Transplantation von Bedeutung. Nach dieser Zeit hat der transplantierte Patiente das Risiko einer Abstoßungsreaktion, das jeder andere blutgruppenkompatible Patient auch hat. Dieser Vorgang wird als Akkomodation bezeichnet. Leider sind zurzeit die für diese Akkomodation wichtigen Mechanismen nicht bekannt.
 
Im Umkehrschluss dazu ist es allerdings in der Zeit vor der Transplantation und eben in den ersten 14 Tagen von größter Bedeutung die Konzentrationen dieser Antikörper im Blut sehr gut und engmaschig zu überwachen und ggf. therapeutisch einzugreifen.