Mecklenburg-Vorpommern fördert in Karlsburg den Bau eines modernen Diabetes-Innovationszentrums mit 8 Millionen EuroHome »News

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Donnerstag, der 12.September 2013

Schwerin | Karlsburg: In Karlsburg wird ein modernes Diabetes-Innovationszentrum entstehen. In dem neuen Gebäudekomplex werden insbesondere Diabetespatienten mit chronischen Wunden beste Bedingungen vorfinden und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen therapiert. Der Bau wird vom Land Mecklenburg-Vorpommern mit acht Millionen Euro gefördert. Landes-Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) wird am 12. September bei einem Empfang im Klinikum die Förderzusage überbringen. Die Grundsteinlegung für das Diabetes-Innovationszentrum ist zum Ende des Jahres geplant.

„Der Diabetes mellitus ist eine große Volkskrankheit, die sich wie ein Tsunami ausbreitet. Jeden Tag erkranken in Deutschland 1000 Personen neu an Diabetes. In Mecklenburg-Vorpommern verschärft die demografische Entwicklung den Trend, wir verzeichnen einen enormen Anstieg von Diabetes- und Herzpatienten“, sagt Prof. Dr. med. Wolfgang Motz, Ärztlicher Direktor des Klinikums Karlsburg. Die finanziellen Folgen seien kaum abschätzbar. Darauf müsse mit mehr Aufklärung und besseren Versorgungsangeboten reagiert werden, meint Prof. Motz.
Das Herz- und Diabeteszentrum werde mit dem Diabetes-Innovationszentrum neue Wege beschreiten und international Maßstäbe setzen. „Wir werden die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen verstärken, um innovative Technik zu erproben und wissenschaftlich zu evaluieren“, betont der Ärztliche Direktor. Beispielsweise soll die Plasmamedizin bei der Wundheilung zur Anwendung kommen. Ein weltweit neues medizinisches Forschungsgebiet.

Kooperationspartner für die angewandte Forschung sind das Greifswalder Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP Greifswald) und das Aktionsbündnis gegen multiresistente Bakterien HICARE. Intensiviert wird auch die Zusammenarbeit mit dem Diabetes-Institut "Gerhardt Katsch" in Karlsburg, das mit KADIS ein computergesteuertes Diabetes-Management-System entwickelte, das individuelle Therapien für Diabetespatienten optimieren hilft.

In die Planungen für das Innovationszentrum fanden sowohl effektive Krankenhausabläufe als auch antibakterielle Materialien Eingang, um Krankenhauskeimen noch besser den Kampf anzusagen.

Mit Weitsicht wurde vor fast 20 Jahren ein Klinikum mit vier medizinischen Fachrichtungen unter einem Dach geschaffen, die einander ergänzen: Diabetologie, Kardiologie, Herzchirurgie, Intensivmedizin. Angesichts der großen Gesundheitsrisiken der Zeit arbeiten diese Kliniken heute stärker denn je interdisziplinär zusammen. Herz- und Gefäßerkrankungen sowie Diabetes sind Krankheiten, die einander bedingen und eine fachübergreifende Behandlung erfordern.
In den vergangenen Jahren wurde das Herzzentrum im Klinikum Karlsburg ausgebaut, um die
technischen Bedingungen höchsten internationalen Standards anzupassen. Es entstanden ein Hybrid-OP-Saal und vier moderne Herzkatheterlabore, die medizinische Spitzenleistungen bei der Behandlung sämtlicher Herzerkrankungen ermöglichen.

Mit dem Diabetes-Innovationszentrum wird nun die Behandlung von Diabetespatienten auf ein hohes internationales Niveau gebracht und wissenschaftliches Neuland beschritten.
Dies ist eine wichtige Weichenstellung für das Klinikum Karlsburg, das durch diese Infrastrukturmaßnahme in seiner führenden Stellung in der Behandlung des Diabetes mellitus und seiner Komplikationen nachhaltig gestärkt wird.
Von dieser Infrastrukturmaßnahme in der Gesundheitswirtschaft wird die Region Vorpommern nachhaltig profitieren.

Im Herz- und Diabeteszentrum Karlsburg werden jährlich ca. 10.000 Patienten stationär behandelt. Es werden 2500 Herz- und Gefäßoperationen und 5000 kardiologische Eingriffe vorgenommen. Rund 2500 Patienten des Typ1- und Typ 2-Diabetes - darunter Kinder und Jugendliche - erhalten eine stationäre Diabetesbehandlung. Im Klinikum Karlsburg sind rund 450 Mitarbeiter beschäftigt.

(Pressemeldung vom 12.09.2013, Quelle: Klinikum Karlsburg | Foto: Klinikum Karlsburg)