Stammzelltherapien für Herz- und GefäßkrankheitenHome » Behandlungen » Stammzelltherapien für Herz- und Gefäßkrankheiten

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Das Spektrum der Krankheiten, für die es erprobte stammzellbasierte Behandlungsmethoden gibt, ist noch sehr gering. Störungen des Blut- oder Immunsystems und ein erworbenes Versagen der Knochenmarksfunktion können in einigen Fällen wirksam mittels einer Transplantation von Blutstammzellen behandelt werden.

Ärzte übertragen Blutstammzellen auf dem Weg der Knochenmarkstransplantation seit mehr als 50 Jahren, und im klinischen Bereich werden für die Gewinnung von Blutstammzellen nun fortschrittliche Techniken genutzt. Genauso wie Knochenmark, dient mittlerweile häufig Nabelschnurblut als Quelle für Blutstammzellen und wird versuchsweise als Alternative zum Knochenmark transplantiert.
Andere gewebespezifische Stammzellen können auch eine Rolle bei Gewebetransplantationen spielen, die seit einigen Jahren durchgeführt werden: Bei Gewebe und Organen wie der Haut und der Hornhaut tragen die in diesem Gewebe enthaltenen Stammzellen zur langfristigen Regeneration bei.
Andere Stammzellbehandlungen sind noch experimentell. Das bedeutet, dass die Sicherheit oder Wirksamkeit dieser Behandlungen noch nicht nachgewiesen ist.
Das Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapien (RTC) der Universität Rostock konzentriert sich auf Stammzelltherapien für Herz- und Gefäßkrankheiten (kardial: das Herz betreffend). 
 
Ein Herzinfarkt entsteht durch den Verschluss eines Herzkranzgefäßes. Das umliegende Herzmuskelgewebe wird dann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und stirbt schließlich ab. Aus eigener Kraft ist das Herz nicht in der Lage, das zerstörte oder geschädigte Gewebe zu reparieren. Die derzeit übliche Behandlung eines Herzinfarktes kann zwar die Lebensqualität und -dauer der Patienten verbessern, jedoch die ursprüngliche Leistungsfähigkeit des Herzens nicht wieder herstellen.
 
Ein innovativer Behandlungsansatz ist die Stammzelltherapie, bei der patienteneigene (autologe) Stammzellen aus dem Knochenmark des Patienten zu den geschädigten Bereichen des Herzmuskels gebracht werden, wo sie helfen, das zerstörte oder geschwächte Gewebe zu regenerieren. Hier können schon heute Patienten mit folgenden Krankheitsbildern die Therapie in Anspruch nehmen:
  • nach einem Herzinfarkt, wenn eine Bypass-Operation notwendig ist;
  • bei deutlichen Einschränkungen der Pumpfunktion des Herzens, nachgewiesen durch eine MRT-Untersuchung;
  • bei Herzinsuffizienz als Folge einer ischämischen Herzkrankheit, wenn sich das geschädigte Muskelgewebe im Herzen genau lokalisieren lässt.

Kliniken, die diese Behandlung anbieten:

Universitätsmedizin Rostock